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Erfahrungsberichte

Hier finden Sie die Ergebnisse meiner eigenen Testfahrten und damit Antworten auf so manche Fragen, die kein noch so schöner Hochglanzprospekt beantwortet.

  

Beduin Explorer 170

Der Bericht steht in Kürze zur Verfügung!

James Baroud Grand Raid Evolution

Seit dem neuen Styling im Jahr 2011 hat James Baroud die wahrscheinlich schönsten Schalenzelte am Markt (meine subjektive Meinung). Also lohnt es sich durchaus, die manchmal recht deftigen Lieferzeiten in Kauf zu nehmen.

Geliefert wird in einem extrem stabilen Pappkarton, der sich selbst mit einem Teppichmesser nur an den Stoßkanten aufschneiden läßt. Das Zelt ist rundherum in Stretchfolie gewickelt und die Leerräume zum Außenkarton mit Schaumstoff und Montageschaum ausgeschäumt - Transportschaden so gut wie unmöglich!

Die Erstmontage stellt absolut kein Problem dar, man verpflichtet den Partner/die Partnerin und zwei Nachbarn zum Mitanfassen und hebt das Zelt auf den am Fahrzeug montierten Dachträger. Dann schiebt man die Schellen in die Halfenschienen ein und positioniert sie über den Lastenträgern. Kleiner Tipp: erst normale M8-Muttern per Hand aufschrauben, dann erst die Nyloc-Sicherheitsmuttern. Es schraubt sich viel angenehmer, wenn die Schelle nicht wackeln kann.

Dann kommt der große Moment: rundherum die Klammern öffnen, vorerst ohne sie auszuhaken. Dann die hinteren Klammerbügel aushaken, und schon fährt die Dachschale erst hinten hoch und dann vorne ganz automatisch! Man sollte die Zuschauer auf dem Campingplatz vor dem Öffnen zusammentrommeln, sonst muß man den Vorgang mehrfach wiederholen!

 

Die Spanngummis abnehmen, sämtliche Reißverschlüsse öffnen und am besten erstmal einen Tag lang auslüften lassen. Sonst könnten sich empfindliche Nasen in der ersten Nacht am anfänglichen Kunstharzgeruch stören, der aber schnell verfliegt und dann auch nicht wieder auftritt. Die Matratze am besten mit einem Baumwollspannbettuch überziehen, dann liegt es sich im Dachzelt fast wie zuhause. Das Dachzelt macht insgesamt einen sehr wohnlichen und behaglichen Eindruck, gespannte und nicht flatternde Seitenwände, drei große moskitonetzbewehrte Eingänge, zwei Fenster in den Eingängen und ein Dreiecksfenster mit Moskitonetz an der Stirnseite - man fühlt sich auf Anhieb wohl!

Der Solardachlüfter arbeitet fast lautlos und sorgt für eine leichte Luftbewegung. Wem auch das zu viel ist, der kann den Lüfter über einen hinter dem Lüfterrad montieren Kippschalter abschalten.

Angenehm fällt auf, dass sich die Netztasche zur Aufnahme von z.B. Brille, Uhr, Ehe- oder sonstige Ringe an beliebiger Stelle entlang der Dachschale positionieren läßt. Die Innenbeleuchtung besteht aus einer mit Klettband befestigten 15-LED-Handlampe. Sie leuchtet überraschend hell, läßt sich problemlos abnehmen und für nächtliche Ausflüge verwenden, ist mit NiMH-Akkus ausgestattet und läßt sich mit dem beiliegenden 12 Volt-Ladekabel am Zigarettenanzünder wieder aufladen. Das große Multinetz am grau bespannten Dachhimmel unter der Ladewanne nimmt alles auf, was auf der Matratze nichts verloren hat. Im höheren Vorderteil der Dachschale sitzt man mit einer Körperlänge von bis zu 190 cm bequem aufrecht.

   

Mit dem Wetter hatten wir ein bißchen Pech: Sturmböen und Regen mussten wir (und das Dachzelt) ertragen. Jedes Naturereignis für sich ist kein Problem, die Gasdruckheber halten, da flattert und da wackelt nichts! Die Unterkanten von den Eingängen sind mit Klettband gesichert. Der Regen kann weder der Dachschale, noch der Zelthaut etwas anhaben, durch die wattiert bespannte Dachschale ist auch nur ein leises Trommeln der Tropfen zu vernehmen, das geradezu einschläfernd wirkt! Erst die Kombination aus Sturm und Regen läßt dann aber doch ein paar Tropfen ins Zelt eindringen: der starke Wind drückt einige wenige Wassertropfen zurück in den Solarlüfter, und auf der sturm- und regenzugewandten Seite finden sich zwei winzige Nahtlöcher, die normalerweise vom Eingang verdeckt werden. Ohne Sturm wäre da kein Wasser hingekommen... Mit zwei Tröpfchen Nahtdichter ist die Sache dann schnell erledigt.

Zum Abbauen hängt man die Gummizüge zwischen den seitlichen Eingängen wieder ein, zieht die Leine am vorderen Ende der Dachschale nach unten, positioniert die Klammerbügel über den Haken und hängt diese ein. Vorteilhaft ist es, wenn man diesen Vorgang zu zweit erledigt, um ein schiefes Ziehen und damit Verkanten der Gasdruckheber zu vermeiden. Die Eingänge läßt man etwa halb offen, damit die Luft aus dem Dachzelt ungehindert entweichen kann. Dann zieht man an der hinteren Leine die Dachschale nach unten, kontrolliert nochmal, ob nicht noch irgendwo seitlich der Stoff raushängt und schließt die hinteren Klammerbügel. Nach Schließen auch der vorderen Bügelverschlüsse ist das Nachtquartier abfahrbereit. Die Leiter ist so vielseitig einsetzbar, dass zumindest wir sie nicht im Dachzelt, sondern im Fahrzeug verstauen.

Insgesamt ein tolles Zelt mit ansprechendem Design, das seinesgleichen sucht.

James Baroud Markise

Nach dem Auspacken der Markise suchten wir zunächst die Montageanleitung vergeblich (die fand sich erst später ein), aber so schwierig kann das ja nicht sein - deshalb montierten wir die Kederschiene gleich mal verkehrt herum... Der Kederschlitz gehört nach OBEN und die beiden Löcher an den Enden sind NICHT zur Befestigung der Schiene gedacht! Die Befestigungsbohrungen muß man in Abhängigkeit von der Unterkonstruktion an passender Stelle selbst vornehmen, eigentlich logisch. Fertig montiert soll es dann so aussehen:

Öffnet man nun den Reißverschluß, finden sich 2 Aufstellstangen und 2 Querstreben aus Aluminium, 2 Abspannleinen mit Häringen. Markise abrollen, je eine Aufstellstange unter die Ecken, vorher noch die Querstrebe auf den Dorn der Aufstellstange und den Dorn der Querstrebe in das Loch in der Kederleiste gesteckt, mit den Abspannleinen festgezurrt - fertig ist der Schattenspender!

Im Schatten oder im Trockenen zu sitzen, ist ja recht angenehm. Aber ein wenig Privatsphäre mit Stehhöhe wäre noch besser! Also die Seitenteile ausgepackt, an den Reißverschlüssen angedockt, mit den Häringen im Boden festpepflockt - unser erdbebensicheres Heim steht! Man muß nicht alle Wände einhängen und kann so den freien Blick wohin auch immer genießen!

Die mitgelieferten Häringe sind nicht für steinigen Boden geeignet, für solchen Untergrund besorgt man sich besser stabilere Stahlnägel. Das Vorzelt Store macht einen guten Eindruck und bietet ausreichend Platz zum Umziehen, Kochen, Essen und Feste feiern, den man z.B. mit einem Schalenzelt sonst nicht hätte.        

      

Patriot Dachträger

"Ein englisches Produkt wird vermutlich genauso unpräzise gefertigt sein wie ein Landrover." So dachten wir zunächst auch und packten unseren Patriot-Dachträger erwartungsvoll aus. Die etwas lädierte Verpackung täuschte, die Aluminium-Teile waren sehr ordentlich und sauber verpackt, geschützt vor gegenseitigem Kontakt, die kleineren Schachteln in den Umkarton geklebt, die Edelstahlschrauben nach Baugruppen in Plastiktüten sortiert und beschriftet. Sehr erfreulich auch die bebilderte, englische Montageanleitung, man kann eigentlich nichts verkehrt machen und lernt auch gleich ein paar englische Fachbegriffe dazu… hätten Sie vorher gewußt, was ein "spanner" ist, hätten Sie den "joint" richtig interpretiert?

 

Der erste Eindruck ist also schon mal besser als erwartet. Der Zusammenbau gelingt problemlos, die Teile lassen keine Zweifel aufkommen, nur bei den Seitenrahmenteilen sollte man darauf achten, dass der PATRIOT-Schriftzug nicht auf dem Kopf steht! Unbedingt sämtliche Schrauben mit Kupferpaste oder Wälzlagerfett bestreichen, weil sich Edelstahlgewinde sonst gerne festfressen! Auch im Interesse einer späteren Lösbarkeit der Schrauben sollte auf den Einsatz von Kupferpaste oder Fett nicht verzichtet werden.

 

Nach unseren (eher tragischen) Erfahrungen mit einem Alu-Träger aus südafrikanischer Produktion waren wir sehr angenehm überrascht, dass sämtliche Bauteile perfekt zusammenpassen und alle Bohrungen präzise an den richtigen Stellen angebracht sind. Und so macht der Zusammenbau richtig Spaß!

Achtung: Baustelle!

 

Sportz Heckzelt

Ein so großes Zelt zu einem so niedrigen Preis? Das muss einfach mal getestet werden.

Beim Auspacken erklärt sich auch gleich der günstige Preis: das Zelt kommt zwar aus Kanada, aber die Kanadier lassen in China produzieren – ob es dann auch hält, was die schönen Bilder auf der Verpackung versprechen?

 

Zum Vorschein kommt eine dunkelblaue "Reise"tasche, darin befindet sich neben dem eigentlichen Zelt noch ein Sack mit den Gestängeteilen, Abspannleinen und Häringen. Die (unnötig) ausführliche Aufbauanleitung ist zwar in Englisch, Französisch und Spanisch gehalten, leider aber nicht in Deutsch. Macht nichts, die 4 Zeltstangen kriegen wir auch ohne Anleitung zusammen, und wo sie hingehören, versteht sich eigentlich auch von selbst. Notfalls kann man ja die Bilder in der Anleitung konsultieren.

 

Sobald man das quadratische Zelt auf dem Boden auslegt, wird erst mal nicht klar, welche Seite ans Fahrzeug gehört, aber selbst das ist egal, weil man das aufgebaute Zelt tatsächlich noch drehen oder herumtragen kann! Zu zweit gelingt der Aufbau leicht und schnell, die Fiberglasstangen über Kreuz durch die Stoffkanäle geschoben, aufgebogen und die Splinte in den Gestängeenden versenkt – schon steht ein Zelt mit respektabler Größe da! Zur Formvollendung befestigt man nun noch die seitlichen Clips an den Zeltstangen, und der erste Eindruck ist perfekt!

Wir nehmen das Zelt am Gestänge und tragen es zum Fahrzeug, positionieren es mit der Schleuse zur gewünschten Fahrzeugöffnung und stecken es mit den Häringen am Boden fest. An der Schleuse befinden sich verschiedene Befestigungen, gummierte Metallhaken, Kunststoffhaken und Gummiösen, alle untereinander austauschbar und an individuell einstellbaren Nylongurten. Die Schleuse selbst verfügt über einen fahrzeugseitig umlaufenden Gummizug, der nahezu überall dranpasst und zeltseitig über einen Reissverschluß, damit man das Zelt auch ohne Schleuse als ganz normales Kuppelzelt benutzen kann. Genial!!!

 

Wir öffnen mal sämtliche Eingänge und Fenster und stellen dabei fest, dass jede Öffnung über ein Moskitonetz und eine Stoffabdeckung verfügt, sogar der Durchgang zur Fahrzeugschleuse! Der Dachbereich der 220 cm hohen Zeltkuppel besteht ebenfalls aus Moskitotüll und vermeidet damit einen möglichen Hitzestau. An dem Nylonband kann eine Zeltbeleuchtung befestigt, darunter sogar noch ein Netz (fürs Frühstück?) aufgespannt werden. In einem Eck finden sich auch noch Taschen für den alltäglichen Krempel.

Den sauber verarbeiteten Zeltboden schützen wir vor unseren Bergstiefeln mit einem Vorzeltteppich (den es neuerdings sogar bei A*** für kleines Geld zu kaufen gibt).

 

Wenn kein Regen zu erwarten ist, kann man das Zelt bedenkenlos so stehen lassen. Wenn vielleicht doch ein paar dunklere Wolken auftauchen, sollte man das mittlerweile serienmäßig ¾ lange Regenüberdach über die Kuppel ziehen und abspannen. Das mittels zweier Zusatzstangen aufstellbare Vordach schützt den Eingangsbereich vor Sonne und Regen, jetzt kann nichts mehr passieren.

 

Wir überstehen mit unserem Sportz-Zelt auch Dauerregen und Sturm (trotzdem sollte eine Tube Nahtdichter bei so vielen Nähten sicherheitshalber im Gepäck sein). Die Dimensionen unseres Zeltes vermitteln ein tolles Raumgefühl und einen Komfort, den andere Zelte nicht vorweisen können.

Wir staunen immer noch über das unglaubliche Preis-Leistungs-Verhältnis und nutzen das Sportz-Zelt auf gemäßigten Touren, jedoch auch gerne als zusätzliches Wohnzimmer in Verbindung mit unserem Dachzelt!

 

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